joäna abroad

Thursday, February 01, 2007

Feueralarm

Keine zwei Wochen nicht mehr unter Mamas Aufsicht und schon schlägt die Erschöpfung wieder erbarmungslos zu (ja... irgendwann krieg ich das auch mal hin mit dem vor Mitternacht ins Bett gehen!) Es ist aber auch kompliziert. Am Mittwoch morgen musste ich eine Einstufungsklausur schreiben, damit ich jetzt auch Level 3 Courses besuchen kann. Ganz grandios fand ich, dass man dafür eine Gedichtinterpretation hinlegen muss! Da stand ich ja schon immer drauf und hab das deshalb auch seit der 10ten Klasse nicht mehr gemacht. Hab mir daher schön die ganze Dienstag Nacht durch Stilmittel reingezogen und die Klausur auch glorreich bestanden. Der Plan war dann gestern ganz früh zu schlafen. Durch ein dezentes Klingelgeräusch wurde ich dann aber um 2 Uhr sanft aus meinem Schlummer gerissen. Dank Rauchmelder war in der WG unter uns der Feueralarm losgegangen... jetzt hab ich also auch mal ein paar nächtliche Stunden in Schlafanzug und Hausschuhen vor der Haustür verbracht, eine durchaus empfehlenswerte Erfahrung!
In diesem grandiosen Computerraum vertreiben sich zwei grad die Zeit damit sich gegenseitig anzuskypen und das Mikro ganz aufzudrehen... voll toll! Vorallem diese Rückkopplungen sind sehr beeindruckend...
Für morgen darf ich jetzt schon wieder ein paar Gedichte vorbereiten, besonders gut gefält mir das was komplett in irgendeinem schottischen Dialekt verfasst ist und schlappe zwei Seiten lang ist, das ist so ein bisschen wie Bingo spielen...
ansonsten habe ich schon sehr nette Menschen hier kennengelernt, obwohl ich doch sehr meine Zweifel daran hege ob ich hier wirklich in Schottland bin. Aus den Brunnen kommt kein Whisky, ich hab noch kein einziges Schaf gesehen und die Männer tragen hire alle Hosen. Vielleicht frag ich morgen nochmal meinen Socrates Betreuer ob er sich auch sicher ist dass das hier Schottland ist.
Bis dahin amüsiert euch gut...
die Schafsucherin

Sunday, January 28, 2007

Kalte Füße

Nach ungefähr tausendjähriger Abwesenheit wird es wohl langsam mal wieder Zeit meinen Eindrücken literarisch Ausdruck zu verleihen.
Seit genau einer Woche bin ich jetzt in diesen nördlichen Gefilden angekommen, nach einem etwas misglückten und extrem verregneten Aufenthalt in Amsterdam und einer Nacht auf dem Schiff auf die ich auch ganz gerne verzichtet hätte (ich war sehr froh über die Reisetabletten die wir dabei hatten... und nein, es ist nicht so schön wenn man nachts davon aufwacht dass das Wasser gegen die Scheibe spritzt-insbesondere wenn man sich im 6ten "Stock" befindet...). Überraschend unspektakulärwar dafür die Fahrt von Newcastle nach Aberdeen. Bevor man in den Kreisverkehr reinfährt kann man sich ja schon sagen, dass man da jetzt in die falsche Richtung reinfahren muss, schwieriger ist es, beim Rausfahren VOR der Verkehrsinsel abzubiegen anstatt um sie herumzufahren...
Das Wetter und ich sind ja sowieso die besten Freunde und so hat es nicht nur einen Großteil der Zeit die wir zum Sightseeing eingeplant hatten extrem geregnet, am Montag hat es dann doch tatsächlich ganze drei cm Schnee hier hingeschneit und dabei dachte ich in GB läge nie Schnee... (ich war nie so der Held in Erdkunde). Das hat die Schotten natürlich voll aus dem Konzept gebracht und der Verkehr lag erstmal relativ flach, ich als großer Schnee-Lover der ich ja insbesondere seit letztem Jahr bin, war natürlich total begeistert und angetan von der Stadt, insbesondere diesen grandiose Wind der einem die Backen erfrieren lässt hatte ich sofort in mein kaltes Herz geschlossen!
Inzwischen ist der Schnee aber geschmolzen, der Wind umschmeichelt meine Bäckchen angenehm kühl, ich habe endlich ein eigenes Zimmer, schlafe nicht mehr auf dem Boden, habe meine Taschen ausgepackt und bereits zwei grandiose, etwas graue Strandspaziergänge und diverse Parties hinter mir.
Es ist zwar ziemlich kalt hier, aber ich hatte heute das dringende Bedürfnis die Nordsee mal mit meinen Füßen zu testen, die Leute am Strand haben glaub ich alle gedacht ich sei völlig bekloppt als ich da mit meinen Schühchen in der Hand barfuß am Strand rumspaziert bin, aber das ist doch laut Herr Kneipp gar nicht so ungesund. Nur das Wasser war saukalt! Da ist der Pazifik oben in San Francisco ja noch wärmer! Was wahrscheinlich auch damit zusammenhängt dass da die Sonne ab und an mal auf den Sand scheint. Ich bin also nur mal so kurz reingerannt und dann ganz schnell wieder raus um mich zu vergewissern dass ich auch noch im vollen Besitz meiner Zehen bin.
Morgen früh habe ich ein Gespräch mit meinem Socrates Betreuer. Da ich meine Kurswahl ja schon irgendwann im Juni abgeben musste, hab ich überhaupt keine Ahnung welche Kurse ich denn jetzt belegen werde, aber ich bin ganz zuversichtlich dass ich im Juni eine schlaue Auswahl getroffen habe, schließlich hat das ja ewig gedauert bis ich mich mal entschieden hatte.
Das Einzige was ich im Moment noch verbessern würde, wäre die Sache mit dem Internet im Wohnheim. Man muss hier immer zum Hauptgebäude gehen, aber immerhin habe ich ja einen grandiosen Laptop und die haben hier Wireless, das macht das Ganze dann doch ein bisschen besser als diese Computerräume.
Wie dem auch sei, ich hoffe ihr amüsiert euch gut im süddeutschen Schnee um den ich euch in keinster Weise beneide!

Tuesday, December 12, 2006

All my bags are packed...

und das grenzt schon beinahe an ein Wunder! Ich war doch sehr am Zweifeln ob ich meine Übermengen tatsächlich in meine Taschen gestopft bekomme aber es hat funktioniert. Jetzt sitze ich so vor meinen gepackten Koffern und freue mich auf den Moment wenn ich morgen die beiden Ungetüme auf dem Fließband davon rollen sehe - obwohl, ich freue mich noch mehr auf den Moment wo ich durch den Sicherheitscheck durch bin und gemütlich in den Flugsitz sinken kann. Nach tagelangem Abschiedfeiern wird es langsam Zeit zu gehen!
Und deshalb werd ich jezt auch nichts mehr über zurücklassen und neues entdecken und überhaupt schreiben. Demnächst wird wieder persönlich erzählt!
Bis dahin - haltet die Städte sauber...!

Monday, December 11, 2006

hotlines

sind absolut assi! Das ist jetzt sicher keine allzu große Neuigkeit, vor allem nicht für Arcor Kunden aber ich muss ja schließlich produktiv sein... immerhin hänge ich jetzt schon seit 10 Minuten in der Warteschleife von US Airways "Vielen Dank für Ihre Geduld..." ja sauber! Und dabei will ich schlafen, schließlich muss ich morgen früh aufstehen und meine Koffer fertig packen.
Es heißt ja, dass man seinen Flug 72 Stunden vorher rückbestätigen soll, also versuche ich das jetzt seit 3 Tagen aber ich bekomme so langsam den Eindruck, dass mich irgendeine Macht nicht abfliegen lassen will ;) heute morgen kam ich schon nach 9 min. durch um zu erfahren dass sich mein Flug verschoben hat (auch noch nach vorne...) aber als die Frau mir die genauen Daten durchgegeben hat brach das Internet zusammen und der nette Laden hat ja nur bis 7 Uhr abends offen und man muss ja auch arbeiten. Dazu kommt noch dass ich natürlich in Deutschland anrufe (schön mit Zeitverschiebung...) und wenn man so in der Schleife hängt fragt man sich ja immer ob man jetzt auflegen soll weil man durch die Schleife durchgerutscht ist oder ob man besser ausharrt, weil wenn man auflegt muss man nochmal die halbe Stunde warten.
Nach 17 Minuten wird man dann aber doch ein bisschen "ungehalten" aber ich hab ja auch schon ne Stunde in der Arcor Wartschleife verbracht... ich würde jetzt eben nur ganz gerne mal wisen wann ich denn am Donnerstag jetzt wo ankomme und wann ich übermorgen hier losfliege. Aber vielleicht ist das ja auch ein bisschen zuviel verlangt?
Wie dem auch sei, ich hoffe ich komme in der nächsten Stunde mal durch und am Donnerstag auch an...
Grüße von der Marathontelefoniererin

Saturday, December 09, 2006

Herzschmerzen...

ich kann es kaum glauben dass meine Zeit im "Golden State" jetzt wirklich schon fast ganz vorbei ist! Und ich muss zugeben dass es mir sehr schwerfällt dieser Tatsache ins Auge zu blicken.
Eigentlich ist es ja perfekt, wenn einem etwas so gut gefällt dass man gar nicht gehen möchte, aber im Moment überwiegt bei mir so ein bisschen die Trauer. Ich hatte aber auch einfach nicht geplant dass mir diese kleinen Dreckskinder so ans Herz wachsen... vorallem war ich nicht darauf vorbereitet dass es mir soviel Spaß machen würde die blöden Gören zu unterrichten - und das stellt jetzt echt ein ernsthaftes Problem dar: ein Beruf mehr den ich nicht so einfach unter "not an option" abhaken kann.
Da kann ich wohl nur mit den Plain White T's gehen und sagen "I didn't mean to get so close but I did" okay, okay es wird eindeutig zu schnulzig, emotional oder "amerikanisch" wie gewisse Leute sagen würden. Außerdem will ich nicht dass jetzt der Eindruck entsteht ich wolle nicht zurückkommen. Das ist ja das paradoxe: während ich das Ende meines Praktikums bedauere, kann ich auf der anderen Seite gar nicht darauf warten wieder Freiburg zu rocken und nach Stuttgart zu kommen. Um jetzt nochmal einen Ausflug ins Literarische zu unternehmen "zwei Seelen wohnen ach in meiner Brust" (ich finde ja, man sollte ein Goethe Zitat für jede Gelegenheit haben - gut gefällt mir auch "Kloppstock!").
Außerdem muss ich dringendst mal wieder zu Friseur und die Erfahrung "Friseur in Amerika" hab ich schon gemacht - glaube kaum dass ich da ne Wiederholung brauche. Trotzdem werde ich ein wenig wehmütig wenn ich so meinen Wochenendeplan überdenke: Fahrrad verkaufen, Konto auflösen, San Francisco adieu sagen, versuchen Kleiderhaufen in Koffer zu packen... da hilft gar nix, ich muss eher daran denken was mich wieder zu Hause erwartet: Wasser das nicht nach Chlor riecht, Bier das weniger als 5 Dollar kostet, Kaffee aus Tassen ohne Plastikdeckel, ausschlafen, freie Nachmittage... (den Schnee und die Minusgrade verdränge ich noch solange bis sie da sind) und natürlich großartige Freunde und ooooozzzz die Paaartyy!
Allerliebste Grüße in zweigeteilter Vorfreude von der zerrissenen Reisenden

Nachtrag: eigentlich wollte ich ja über den großartigen Musicalerfolg des letzten Abends berichten... grandios, stunning und atemberaubend... eine Produktion die Theatergeschichte geschrieben hat und von der die Fachwelt noch lange sprechen wird!
Kein Kind wurde von umfallenden Kulissen erschlagen, die kleinen Ritter sind nur dann auf der Bühne gewesen als sie sollten, niemand hat sich die Augen mit dem Schwert ausgestochen und sogar die inkompetente Praktikantin konnte ihren Text!
Es war echt eine gute Aufführung was auch so als Abschluss ganz schön war.

Sunday, December 03, 2006

Dezember...

...sollte eigentlich kalt sein, aber deshalb fährt man ja nach L. A.! Die letzten Tage waren der Hammer, hier ist es sicher wärmer als der August in Deutschland war. Heute saßen wir ganz gechillt in Santa Monica am Starnd und haben uns gesonnt. Gut, jetzt wo ihr alle jealous seid versuch ich wieder fit zu werden damit ich heut aben auch Party machen kann.
Grüße vom Strandhüpfer

Friday, November 24, 2006

Truter Tothahn

Guten Morgen meine Damen und Herren!
Herzlich Willkommen zu einer neuen Runde von wer findet die meisten schlechten Wortspiele und die grammatisch verdrehtestesten beklöpptesten Sätze.
Gestern war ja das amerikanische Familienfest schlechthin - und mir ist auch noch ganz schlecht von der Turkey Überfütterung! Zwar hat unser allseits geliebter Mr. President einen Truthan symbolisch begnadigt und vor seiner Töle gerettet, aber das hält den Deutschen an sich ja nicht davon ab trotzdem so nen Riesending in den Ofen zu schieben und stilecht mit Cranberry-Sauce, Sweetpotatoes, Stuffing und (weniger stilecht) Rotkohl und Knödeln zu verspachteln oder auch wegzuveschpern. "Läääcker" wie gewisse Familienmitglieder zu sagen pflegen oder auch "arg gut", eventuell auch "ganz fein".
Jetzt genieße ich also nochmal ein langes Wochenende und versuche mich so gut wie möglich zu erholen, bevor ich mich mutig und gewissenlos in das Chaos der letzten zwei Wochen stürze. In genau zwei Wochen (nämlich am 8. Dezember) ist tatsächlich unsere Musical Aufführung - und 70 % der Schauspieler können ihren Text noch nicht so wirklich - gut dass die Praktikantin da mit gutem Besispiel vorangeht und ausnahmslos alle Zeilen durcheinander wirft! Ach ja, falsch singen tut sie auch immer... schlimm sowas - blöde Animatoren oder Animateure?!
Auch schlimm ist, dass mit Thanksgiving jetzt offiziell die Weihnachtszeit begonnen hat und man - egal wo man sich befindet - mit diesen wundervollen leicht angeschnulzten amerikanischen Weihnachtsliedern umdudelt wird! Also ehrlich, vielleicht ist ja das und nicht der Truthahn der Grund warum mir so schlecht ist... wer bitteschön erträgt den 7mal am Tag "I'm drrreaming of a whi-hite Christmas..." und dann auch noch in mindestens 9 verschiedenen Versionen? Das ist Christmas-Overkill und das noch bevor es überhaupt angefangen hat! Und vielleicht sollte ich noch erwähnen dass mir Schnee allerhöchstens Alpträume bereitet? Ach ja, will jemand dieses Jahr mit mir Schlittenfahren gehn - ich hätte gerne noch ne Narbe an meinem anderen Bein, damit das symmetrisch ist.
Wenn ich nicht gerade Truthähne töte oder gedanklich bei Rrrrrudi se Rrrrednosed Rrrrreindeer (in diesem Lied ist ein Stilmittel versteckt...) bin, dann versuche ich meinen Praktikumsbericht zu schreiben. Zwar bezweilfle ich stärkstens dass irgendwer mal wirklich diese 5-10 Seiten durchlesen wird, aber man will's ja nicht drauf ankommen lassen.
Am Mittwoch hab ich mir dann übrigens doch noch den hübschen James mit seinen blauen Äuglein angeschmachtet und heute mit Martina einstimmig beschlossen dass wir seit Terence Hill, Männer mit blauen Augen toll finden... aber die Cowboys werden ja leider nicht gerade mehr hier in Californien - ist halt alles nicht mehr so ganz das Wahre!
Und wenn ich meine geliebten Sprachschüler mal dazu gebracht habe zu verstehen wann man wo ein -s anzuhängen hat dann darf ich den 10 Klässlern noch die ultimative Einführung in die 60ger Jahre verpassen, ich dachte mir ich mach da so ne Zeitreise und wir kiffen erstmal nen bisschen zusammen... das ist doch kreative Unterrichtsgestaltung vom Allerfeinsten (und wenn das jetzt wieder der Oberschulamtsmensch liest dann hätte ich mir das Praktikum auch sparen können)!
Liebste Grüße from under the Mistletoe (wie das grade so schöhön aus dem Lautsprecher töhönt)
Joäna se Rednosed Intern